Starfield im Test (PS5): Nach holprigem Start endlich auf Kurs?

Here we go again… Starfield ist endlich für die PS5 erschienen! Nach unzähligen Gerüchten und einigen Verschiebungen ist es nun also wirklich so weit. Wir halten eine Version in den Händen, die von Haus aus bereits massig Updates und neue Inhalte spendiert bekommen hat.

Leider verlief der Startflug auf der Sony-Konsole alles andere als reibungslos: In den ersten Tagen hatte der Titel mit massiven Stabilitätsproblemen zu kämpfen – teilweise verabschiedete sich das Spiel alle fünf bis zehn Minuten mit einem Absturz in den Orbit. Mittlerweile wurde das Gröbste glücklicherweise per Patch behoben, zumindest was diese ständigen Crashs angeht. Dennoch gibt es im Hintergrund weiterhin einige technische Baustellen, die man nicht einfach ignorieren kann.

Trotz dieser Stolpersteine bringt das zeitgleich mit der PS5-Fassung veröffentlichte Free Lanes Update viele richtig gute Neuerungen mit sich. Wie sich Bethesdas Sci-Fi-Epos nun konkret auf der PlayStation 5 schlägt, welche Features spürbar verbessert wurden und wo noch der Wurm drinsteckt, das klären wir jetzt!

Story: Klassischer Bethesda-Start und die NG+-Überraschung

Das Spiel beginnt – wie die meisten Bethesda-Rollenspiele – ziemlich unmittelbar. Wir starten in einem Fahrstuhl, der uns tief in eine Mine führt. Allerdings nicht auf der Erde, sondern auf einem fernen Mond. Dort stoßen wir beim Schürfen auf ein mysteriöses Artefakt, das uns seltsame Musik hören und eine kurze Vision durchleben lässt. Als wir danach im Lager über der Mine wieder zu uns kommen, erfahren wir, dass dieser Fund an die Forschergruppe der Constellation verkauft werden soll. Noch während der Übergabe greifen plötzlich Piraten an, und wir stürzen uns in unser erstes Feuergefecht. Aufgrund unserer Visionen werden wir daraufhin offiziell zur Constellation geschickt…


…und genau ab hier öffnet sich das Spiel komplett. Ihr habt nun die absolute Freiheit, zu tun und zu lassen, was ihr wollt, und könnt das riesige Universum von Starfield auf eigene Faust bereisen. Genau hier glänzt der Titel auch am meisten: Es gibt abseits des Hauptpfades einen ganzen Haufen richtig guter Sidequests und dynamischer Ereignisse, in denen man sich stundenlang verlieren kann.

Allerdings – und da müssen wir ehrlich sein – ist die Mainquest auch auf der PS5 immer noch nicht das Gelbe vom Ei. Sie fühlt sich oft eher wie ein Vehikel an, das eigentlich nur dazu dient, euch die Story bis zum ersten New Game+ (NG+) zu transportieren.

Aber genau dann passiert etwas Großartiges: Ab diesem Punkt ändert sich nämlich die Struktur des Spiels. Beim Start eines neuen Durchlaufs wird aus verschiedenen, zufälligen Szenarien gewählt, die euer NG+ und das euch bekannte Universum maßgeblich auf den Kopf stellen. Das ist eine Mechanik, die wirklich verdammt cool umgesetzt ist und für ordentlich Wiederspielwert sorgt. Über die DLCs werden wir später noch im Detail sprechen, denn auch da gibt es einige richtig spannende Dinge zu entdecken.

Gameplay: Nützliche Neuerungen, aber alte Schwächen

Auch hier hat sich im Kern nicht besonders viel geändert. Es gibt zwar mittlerweile Bodenfahrzeuge und man kann die Sonnensysteme endlich ohne nervige Ladezeiten bereisen – zwei wirklich fantastische Neuerungen! –, aber abseits davon blieben die großen Tweaks aus, die das Spiel meiner Meinung nach bitter nötig gehabt hätte.

Das zähe Levelsystem

Mein größter Kritikpunkt bleibt das Levelsystem, bei dem ich nach wie vor sehr zwiegespalten bin. Ich liebe die „Learning by Doing“-Mechanik aus The Elder Scrolls und hätte mir genau das auch hier gewünscht. In Starfield funktioniert das Ganze jedoch anders: Ihr sammelt klassisch Erfahrungspunkte (EP) und erhaltet beim Level-up einen Skillpunkt, den ihr in eine Fähigkeit investiert. Wollt ihr diesen Skill nun weiter verbessern, müsst ihr erst eine Herausforderung abschließen – zum Beispiel „Eliminiere X Gegner“ oder „Öffne Y Schlösser“. Habt ihr das geschafft, benötigt ihr für das eigentliche Upgrade aber erneut einen Skillpunkt.

Dieses System zieht und zieht sich teilweise extrem, vor allem wenn man auf eine bestimmte Fähigkeit im Talentbaum hinarbeitet, aber nebenbei dringend noch andere Skills benötigt. Bis man sich hier einen ordentlichen, vielseitigen Charakter zusammengebaut hat, dauert es schlichtweg zu lange.

Menü-Frust und Shooter-Fokus

Was leider auch auf der PS5 immer noch eine kleine Katastrophe ist, ist das Inventar. Es ist unübersichtlich, und oft sucht man ewig nach den Werten, die man eigentlich gerade braucht. Das Vergleichen von Equipment ist anstrengend und die gesamte Menüführung fühlt sich einfach nicht intuitiv an.


Kommen wir zum generellen Spielgefühl: Starfield ist in erster Linie ein Shooter, und genau so spielt es sich auch. Die allermeisten Auseinandersetzungen löst ihr mit roher Waffengewalt – und das war’s. Ja, in diversen Situationen könnt ihr auch diskutieren oder schleichen, aber diese Mechaniken fallen sehr rudimentär aus. Versteht mich nicht falsch, ich erwarte hier nicht die grenzenlose spielerische Entscheidungsfreiheit eines Baldur’s Gate 3. Aber wenn ich ehrlich bin, fühlt sich Starfield im Jahr 2026 in vielen spielerischen Belangen eher wie ein solides AA-Game an und nicht wie eine extrem teure, wegweisende AAA-Produktion.

Technik: Abstürze, Ruckler und verschenktes Pro-Potenzial

Jetzt kommen wir zum wohl größten Problemkind. Machen wir uns nichts vor: Gerade direkt zum Release war Starfield auf der PlayStation schlichtweg kaum spielbar. Der Titel war von extrem häufigen Abstürzen geplagt. Ein erster Hotfix hat zwar schnelle Abhilfe bei den gröbsten Crashs geschaffen, aber das Spiel kämpft im Hintergrund spürbar noch immer mit der allgemeinen Stabilität.

Dazu gesellt sich die durchwachsene Performance. Selbst auf der PS5 Pro läuft das Sci-Fi-Epos stellenweise relativ unrund. Gerade in den dicht besiedelten Städten ist die Bildrate im Performance-Modus wirklich nicht optimal und pendelt sich immer wieder im zähen Bereich von 40 bis 50 FPS ein. Ironischerweise verschlimmert der dedizierte Pro-Modus das Ganze stellenweise noch extrem. Wenn man sich anschaut, was andere aktuelle Titel auf dieser Hardware auf den Bildschirm zaubern, muss man ganz klar sagen: Starfield ist schlichtweg nicht gut optimiert und hätte im Vorfeld deutlich mehr Arbeit benötigt.


Zu den reinen Performance-Schwächen gesellt sich dann noch das UI. Eine extrem fummelige Menüführung gibt dem Ganzen den Rest – gerade im Schiffseditor. Wer sonst geduldig komplexe Flotten plant oder millimetergenau die Loadouts für eine Ironclad oder F8A austüftelt, wird bei der klobigen Bedienung in Starfield regelmäßig die Krise kriegen.

Fazit: Ein holpriger Landeanflug auf der PS5

Der Release von Starfield auf der PlayStation 5 hinterlässt bei mir ein lachendes und ein weinendes Auge. Auf der Habenseite stehen fantastische Neuerungen wie die lang ersehnten Bodenfahrzeuge und das endlich nahtlose Bereisen der Sonnensysteme. Auch die typische Bethesda-Magie blitzt immer wieder auf – sei es in den großartigen Nebenquests oder dem genialen Twist, wie das New Game+ in die Struktur eingebaut wurde.

Dem gegenüber stehen aber altbackene Spielmechaniken, ein unnötig in die Länge gezogenes Levelsystem und ein völlig überladenes UI, das einen stellenweise zur Weißglut treibt. Dass sich das Spiel im Kern oft eher nach einem AA-Titel als nach dem teuersten Bethesda-Epos aller Zeiten anfühlt, könnte man vielleicht noch verzeihen. Was man jedoch nicht verzeihen kann, ist der desolate technische Zustand zum Launch. Abstürze und eine miserable Optimierung, die selbst die PS5 Pro im Performance-Modus ins Schwitzen bringt, sind schlichtweg enttäuschend. Wer über die technischen und spielerischen Macken hinwegsehen kann, findet hier ein gigantisches Sci-Fi-Universum. Alle anderen sollten auf weitere Patches warten.

Story & Quests
7.5
Welt & Erkundung
8.5
Gameplay & RPG-System
6.5
Menü & Bedienung
5
Technik (PS5 Pro)
4.5
Das hat mir Gefallen
Das war nicht so gut
6.4