Resident Evil: Requiem im Test – Der perfekte Mix aus Horror und Action (PS5 & PS5 Pro)

Heute gibt es bei uns ein echtes Double-Feature: Neben dieser Review erscheint parallel ein brandneuer Podcast zum Thema Resident Evil: Requiem. In diesem Text fokussieren wir uns jedoch voll und ganz auf die Konsolenfassung für die PS5 und die PS5 Pro.

Aber ans Eingemachte: Requiem ist der mittlerweile neunte Hauptteil der altehrwürdigen Survival-Horror-Serie. Ein Franchise, das zwischenzeitlich immer stärker in Richtung Action abdriftete, nur um dann wieder einen harten U-Turn in Richtung Horror zu machen. Klingt kompliziert? Ist es auch. Aber dieses Mal bekommt ihr beides in einer perfekten 50/50-Mischung. Warum genau das Requiem zum vielleicht besten Resident Evil aller Zeiten macht? Das lest ihr jetzt!

Story: Traumabewältigung und One-Liner

In Resident Evil: Requiem übernehmt ihr die Kontrolle über zwei Hauptcharaktere: FBI-Analystin Grace und den absoluten Serien-Veteranen Leon S. Kennedy. Leon ist dabei wie gewohnt der professionelle Sprücheklopfer, dessen Nebenquest darin besteht, Grace zu retten und Elpis ausfindig zu machen. Grace hingegen trägt den klassischen Survival-Horror-Teil des Spiels auf ihren Schultern. Das bedeutet: knappe Munition und Rätseln, was das Zeug hält. Leon hingegen wirft mit One-Linern um sich und zersägt einen Zombie nach dem anderen.


Die Geschichte beginnt mit Grace, die nach Wrenwood geschickt wird, um einen mysteriösen Mord aufzuklären. Ein untypischer Einsatz, zumal Grace schwer traumatisiert ist und unter starken Angststörungen leidet. Die Situation wird nicht gerade besser, als sie ausgerechnet in das Hotel zurückkehren muss, in dem ihre eigene Mutter ermordet wurde.

Auf dem Papier mag das Setup vielleicht ein wenig platt klingen, aber glaubt mir: Das Spiel liefert einige der besten Plot-Twists, die Resident Evil je gesehen hat. Da ich hier aber nicht groß spoilern möchte, verweise ich für die tiefere Story-Analyse gerne auf unseren begleitenden Podcast.

Gameplay: Zwei Seiten einer blutigen Medaille

Das Gameplay ist – wie man es nicht anders erwarten würde – durch und durch Resident-Evil-typisch. Die Abschnitte mit Grace sind die intensiven Horror-Passagen. Ihr werdet von Gegnern verfolgt, die sich nicht ohne Weiteres ausschalten lassen, und müsst jeden Schuss zweimal abwägen. Dafür stehen klassische Rätsel auf dem Programm. Ihr sucht beispielsweise Kombinationen aus Sonne, Mond und Sternen oder setzt künstliche Herzen und Lungen in Mechanismen ein, um einen Schlüssel zu finden. Ergibt das logischen Sinn? Genauso wenig wie die neue Crafting-Mechanik, bei der ihr unter anderem aus Blut Munition herstellt. Aber hey, es ist eben Resident Evil.


Wechselt das Spiel dann zu Leon, ändert sich der Tonus schlagartig. Leon ist schlichtweg eine Maschine. Mit seinen 49 Jahren hat er absolut keinen Bock mehr auf den ganzen Irrsinn – und das spiegelt sich perfekt im Gameplay wider. Er ist der Prototyp des Actionhelden, findet am laufenden Band neue Waffen und weiß sie instinktiv perfekt einzusetzen. Dank der neuen Parry-Mechanik kann er nicht nur Zombies abwehren, sondern blockt mal eben auch Raketen oder fliegende Autos, ohne dabei in die Knie zu gehen. Auch Munitionsknappheit oder Inventar-Tetris sind bei ihm kein Thema: Leon hat von Anfang an genug Platz für Schrotflinten, Maschinenpistolen und einen fetten Revolver.

Egal mit wem ihr unterwegs seid: Ihr habt die Wahl zwischen der Ego- und Third-Person-Perspektive und bekommt durch die Bank ein grandioses Gameplay geboten.

Technik: Ein spürbarer Generationen-Sprung

Kommen wir zur Technik. Würde ich hier über die PC-Version schreiben, müsste ich aufpassen, nicht die Tastatur vollzusabbern. Da wir hier aber die Konsolenversion betrachten, muss ich gestehen: Auf der Base-PS5 ist das Ganze nur ein „Naja“. Es sieht zwar anständig aus, aber die Auflösung ist recht niedrig und durch eine spürbar schwächere Beleuchtung geht einiges an Atmosphäre flöten.


Das Blatt wendet sich jedoch schlagartig, wenn ihr eine PS5 Pro besitzt. Hier ist das Bild gestochen scharf und die Lichteffekte sehen überall verdammt gut aus. Was die generelle Performance und das Sounddesign angeht, liefern jedoch beide Konsolen einwandfrei ab.

Fazit

Ist Resident Evil: Requiem nun ein großartiges Resident Evil oder ist es das beste Resident Evil? Die Antwort lautet ganz klar: Ja! Ich liebe es abgöttisch und bin nach dem Durchspielen direkt dabei, alle Herausforderungen zu komplettieren. Ich könnte hier knallhart eine 10/10 drunterschreiben und es wäre nicht gelogen, weil ich mich einfach in dieses Game verliebt habe. Sorry, aber hier haben wir schon jetzt einen massiven Anwärter auf das Game of the Year!

Vielen Dank an Capcom für die Bereitstellung des Review-Codes!

Story & Atmosphäre
9.5
Gameplay-Mix
10
Gegner & Bosse
9
Technik (PS5 Pro)
9.5
Umfang & Motivation
9
Das hat mir Gefallen
Das war nicht so gut
9.4