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Spacebase Startopia (Nintendo Switch) im Test

Spacebase Startopia (Nintendo Switch) im Test

Der Gedanke an Aliens und dessen Einfluss auf TV und Co. nimmt zu. Auch die Videospielindustrie wird immer häufiger von diesem Gedanken beeinflusst und so tauchen einige Alien-Spiele auf. In den meisten muss man diese vertreiben, geht entweder rundenbasiert oder auch actionbasiert kriegerisch gegen Weltenbummler vor. Nicht so in Spacebase Startopia, einem Spiel, in dem man ständig von KIs beleidigt wird und gleichzeitig die andere Wange hinhält. Hört sich komisch an, wird aber nur urkomischer.

Basisbau mit unmoralischer Unterstützung

In Spacebase Startopia geht es erst einmal um den Basisausbau. Kriegerische Handlungen gibt es in einem ganz, ganz kleinen Rahmen ebenfalls, doch eigentlich ist es ein sehr friedfertiges Spiel mit einem sehr spitzen Humor.

Wir schlüpfen in die Rolle des Commanders. Eines Commanders, der unterdurchschnittlich gut ist und nicht auf die coolen Planeten wie Akkaris (ja, eine Anspielung auf Arrakis aus den Büchern und Filmen “Dune”) darf.

Wir dürfen lediglich in einer Simulation agieren, die jeder Fuzzy, also jeder Vollidiot, der wirklich nur Müll wegräumen und bauen kann, erfolgreich bestreiten kann. Das sagt zumindest die KI. Wenn man den arbeitsfreudigen Fuzzys aber einmal bei der Arbeit zugesehen hat, wirken diese sehr fähig. Auch der Bau von komplexen Strukturen klappt mit Links. Aber genau darum geht es auch bei den nicht ganz so netten Aussagen der KI, deren Namen man ständig vergisst – oder eher: vergessen möchte, zu vergessen versucht?

Keine Sorge, bis es so aussieht, müssen schon einige Fuzzys Überstunden geschoben haben

Fuzzys sind also für das Einsammeln von Müll verantwortlich. Wir als Commander haben andere Aufgaben. Wobei man auch mal Müll sammelt und diesen zur Müll-Recycling-Station bringt, um schneller Energie zu tanken. Denn Energie ist Geld und Geld ist gut und wichtig.

Wollen wir unseren Fuzzys beim Bau zusehen, brauchen sie immerhin einen Bauauftrag und der kostet Geld … ähm … Energie. Also recyceln wir was das Zeug hält, bevor wir zu anderen Mitteln greifen.

Nachdem wir dann etwas mehr Energie haben, können wir uns um die Besucher kümmern. Diese kommen auf unsere Raumstation, um unterhalten zu werden und wehe, das bekommen wir nicht gut hin!

Also bauen wir erst einmal Kojen, in denen sie schlafen, essen, trinken und duschen können. Das geht entweder sehr bequem über vorgefertigte Kojen oder man kann diese selbst zusammenstellen. Gerade dann, wenn man mal wieder nicht so schön gebaut hat und der Platz ausgeht, greift man gerne zur manuellen Lösung.

Ist das Schlaf-Hunger-Durst-Dusch-Bedürfnis gestillt, müssen wir auch noch auf solche Kleinigkeiten wie Krankenversorgung achten. Mit Krankenstationen sind wir erst einmal gut dabei, dennoch sollte man immer zweimal überlegen, ob man kranke Aliens auf seine Raumstation lassen möchte..

Das ist eine Mini-Krankenstation – macht euch keine Hoffnungen, lange ausreichen wird das nicht

Gut, sie sind gewaschen, gefüttert, ausgeschlafen und halbwegs gesund, dann können sie jetzt ja auch für uns arbeiten. Immerhin führt sich eine Raumstation nicht alleine. Wir brauchen diverse Alienrassen für diverse Jobs, u.a. Kommunikation, Krankenstation, Recycling, usw.

Und da haben wir es: Sie bekommen wirklich alles, um gesund und munter zu sein und ja, sie sind immer noch unzufrieden!

Denn jetzt wollen sie etwas Neues: Sie wollen Spaß!

Wir überlegen uns also auf unserem Fun-Deck, was den Besuchern so Spaß machen könnte. Wir bauen eine Disko, zu einem sehr viel späteren Zeitpunkt vielleicht sogar ein Katzen-Café.

Umsonst ist das natürlich alles nicht. Bevor wir zu den Erweiterungen für die Decks kommen und zu den freischaltbaren Basis-Stücken, bricht meist schon Chaos aus. Wir haben vergessen, für eine gute Abluft zu sorgen und jetzt sind alle wieder unzufrieden. Wir – oder besser die Fuzzys – bauen sich die robotischen nicht bluthaltigen Hände blutig und trotzdem sind alle unzufrieden, nur weil sie keinen Sauerstoff bekommen oder etwas Müll rumliegt. Oh! Müll! Wir sammeln Müll und bekommen wieder Energie. Wir werden noch zu einem richtigen Space-Schwaben!

Ach ja, der Sauerstoff war ja auch noch ein Problem. Mal eben schnell ein paar Luftreiniger hingestellt, vielleicht noch die ein oder andere Blume und weiter geht’s.

Spare, spare, Forschung baue

Wo waren wir? Ach ja, Erweiterungen. Uns wird langweilig und wir wollen Neues bauen lassen. Dafür brauchen wir ebenfalls eine weitere Währung und diese Forschungspunkte stecken wir dann in – na klar – Forschung. Hier können wir mit Punkten und bestimmten Zielen (z.B. baue 2 Gebäude des Typs x) neue Forschungen freischalten, also neue Touristenattraktionen, Gefängnisse, alles was man eben so braucht.

Denn wo Spaß herrscht, da herrscht auch Gesetzlosigkeit. Wir bauen unseren ersten Knast, packen Taschendiebe und Co. hinein, rüsten uns mit krassen Riesenmechs, um kleine Insekten zu töten und später noch größeren Gefahren entgegen zu treten. Langweilig? Nicht eine Sekunde.

Mensch, KI, ich versuch es ja!

Okay, das sind die Basics, begleitet von der KI, die uns immer wieder sagt, wie langsam, wie unterdurchschnittlich, wie schlecht wir sind. Und das macht auch noch Spaß! Ja, manchmal hinterfragt man sein Können wirklich. Bin ich wirklich so schlecht? Hatten andere auch Schwierigkeiten bei der Mission? Hab ich das Tutorial jetzt ernsthaft überlesen oder warum kriege ich das nicht hin?

Einfach ist das Spiel im Vergleich zu den 08/15 Blockbustern nicht, aber es macht tierisch (alienisch?) Spaß.

Die Story ist doch nur Alibi! Oder…?

Dazu kommt noch eine Story, in der wir Mission für Mission voranschreiten. In den Fokus treten dabei sehr gut gezeichnete Comics und unglaublich viel Lore. Immerhin hat die Welt hinter Spacebase Startopia wirklich Bedeutung. Es gibt unterschiedliche Konflikte, die zu Status Quo geführt haben und zu guter Letzt zu neuen Konflikten. Außerdem gibt es keine Rollenspiel-Elemente, die einfach so hineingesetzt wurden. Wir suchen uns keinen Charakter aus, keine Alienrasse und wir vergeben auch keine Fähigkeitenpunkte. Das Spiel ist On Point und setzt wirklich nur das ein, was auch sinnvoll ist.

Kleiner Einzug: Es gibt auch noch ein Deck für Pflanzenzucht

Bisher konnte man das Spiel auf dem PC spielen, wo es auch wirklich am hellsten und grellsten glänzt. Dann kam noch eine PS4- bzw. Xbox-Version heraus, die ebenfalls gut aussah bzw. sich sehr gut spielen ließ. Gerade die Controller-Steuerung konnte sich hier sehen lassen.

Nun kommen wir zur Frage der Frage: Can It Run Crysis? Oh, falsches Thema.

Spacebase Startopia – noch so ein Aufbauspiel auf der Switch?

Nun kommen wir zu der Frage, ob sich Spacebase Startopia auch auf der Nintendo Switch gut spielen lässt.

Fangen wir mit dem Schlechten an, immerhin durfte ich mir heute wieder 10x anhören, was für ein unterdurchschnittlicher Commander ich bin und dass jeder Fuzzy das besser könnte… Das ist für dich, für mich namenlose KI, die mir manchmal auf die Nerven geht, mich aber auch zum Lachen bringt.

Überraschung! Kein 4k – Wer hätte das gedacht?

Die Grafik macht hier die meisten Abstriche. Zuvor konnte man das Spiel auf anderen Plattformen in schicken 4k spielen. Gut, um das auf einem PC zu schaffen, braucht man schon besonders viel Energie .. ähm .. Geld, aber trotzdem: Es ist möglich.

Die Nintendo Switch hat natürlich nicht solche Grafikleistungen im petto. Aber das muss sie ja auch gar nicht. Dennoch muss im Vergleich zu anderen Plattformen gesagt werden, dass die Auflösung weit unter 1080p liegt und dadurch alles wischi-waschi wirkt. Auch die Framerate ist leider nicht so stabil, wie ich es mir wünschen würde. Wir reden hier aber nicht von einem Shooter oder auch irgendeinem anderen Multiplayer-Spiel, in dem die Reaktionszeit unter 5ms sein muss, daher stört es nicht, wenn es mal eben eine Sekunde länger dauert, etwas nachzieht oder man generell merkt, dass die Switch hier auch mal ins Schwitzen kommt. Vor allem in späteren Leveln, wenn das Gewusel richtig losgeht, sind 60 FPS eine Utopie, 30 FPS zeigen einfach, dass man noch nicht genug gebaut hat. Man muss aber sagen, dass es, wenn es richtig wuselt, auch nicht aufgibt. Dann dauert das Laden mal eben einen Moment länger, aber die Switch hat sich im Test jedes Mal wieder eingekriegt.

Auflösung und Framerate sind zwar ein wichtiger Punkt, aber gerade dann, wenn man es gewohnt ist, auf der Nintendo Switch zu spielen, dann weiß man auch, was auf einen zukommt. Da macht Spacebase Startopia keine bessere Figur als andere, aber mit Sicherheit auch keine Schlechtere!

Abstriche im Spielspaß sind tabu

Es ist halbwegs flüssig spielbar, es ist ansehbar und vor allem, es verliert nicht an seinem Charme, seinen Mechaniken oder gar dem Spielspaß. Irrwitzige Aussagen, dass Aufbauspiele nur auf einem PC gespielt werden sollten, stammen von Leuten, die noch nicht mit der Zeit gegangen sind. Denn auch solche Spiele können auf Konsolen, sogar auf der kleinen Switch, gut gespielt werden, wenn sich Entwickler darum kümmern.

Sieht trotzdem schick aus, weil das Design einfach passt

Was ist das? Etwa eine eigens für Controller entwickelte Steuerung?

Und genau das wurde auch in diesem Spiel umgesetzt: Die Controller-Steuerung wurde angepasst und nicht einfach 1:1 von der Tastatur zum Controller portiert. Man benutzt beispielsweise die Rücktasten und eine weitere Taste, um Menüs zu öffnen und kann so sehr schnell und ganz ohne Fummeln navigieren. Das geht schnell von der Hand und wird auch ganz schnell zur Selbstverständlichkeit, das Spiel genau so zu steuern.

Und ich warte 5 Sekunden … eine Ewigkeit!

Die Ladezeiten sind nicht mit einer sehr schnellen SSD zu vergleichen, gerade im Vergleich zur PS5 wird sich dies etwas länger anfühlen. Aber ganz ehrlich? Wir reden hier von Sekunden. So viel Zeit sollte man einem Endgerät, das knapp die Größe eines Smartphones hat, schon lassen, um ein so umfangreiches Spiel zu rendern.

Perfekt für unterwegs, aber bitte nicht werfen!

Kommen wir nun aber zu einem Punkt, den andere Plattformen nicht erfüllen können. Fluch und Segen zugleich: Man kann Spacebase Startopia auch im Handheld-Modus spielen. Und dort sieht es aufgrund der Pixeldichte auch gleich besser aus und läuft – zumindest gefühlstechnisch – flüssiger.

Und wenn der Akku leer ist, kann man die Switch ins Dock stellen und am großen TV weiterspielen, die Beine hochlegen und einfach eine gute Zeit mit einem sehr guten Spiel verbringen.

Fazit

Denn das Spiel an sich macht trotz ständiger Kommentare Spaß. Es vereint eine gut geschriebene, humorvolle Story mit astreinem Gameplay und ist obendrauf nun auch noch für alle Plattformen verfügbar. Dass man es jetzt auch noch unterwegs spielen kann und es nur kleinere Abstriche in Grafik und Framerate macht, sonst aber immer noch das tolle Spiel bleibt, das wir sicherlich alle schon kennen, zeigt, dass eine Portierung nicht immer einen negativen Beigeschmack braucht. Manchmal ist es einfach das, was es ist: Die Möglichkeit, es auf einer anderen Plattform zu spielen oder wenn man es noch nicht kennt und eine Switch zur Hand hat, es eben kennen zu lernen.

Und nein, VAL, ich habe deinen Namen nicht vergessen. Du bist trotzdem die schlimmste KI ever, auch wenn du stets auf meine Eingaben, Bauvorhaben und sogar Rekrutierung achtest.

0
Masterpiece
95100
Pros

Spielerisch ganz klar eine 100/100

Guter Einstieg durch Missionen

KI, die auf Eingaben, Bauvorhaben und Anderes reagiert

Story im Comic-Look

Nimmt sich selbst nicht ernst - und das ist auch gut so

Im Handheld sehr gut spielbar

Sehr gute Controller-Umsetzung mit Herz und Verstand - und wahrscheinlich sehr viel Entwicklungszeit

Cons

Auflösung und Framerate schlechter als auf PC, Xbox und PlayStation

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