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Tales of Arise (Xbox Series X) im Test

Tales of Arise (Xbox Series X) im Test

Bandai Namco hat schon so einige Spiele auf’s Parkett gebracht, u.a. Dragon Ball Z: Kakarot oder auch Sword Art Online: Alizication Lycoris oder die harten Sachen, wie etwa Dark Souls.

Dazu kommen nun noch etliche Teile der Reihe Tales of …

Dieses Mal schauen wir uns Tales of Arise an und eines kann schon mal gesagt werden: Das Spiel bricht mit so einigen Vorurteilen gegenüber japanischen Rollenspielen.

Tales of Eisenmaske

Dieses Mal schlüpfen wir in die Rolle von Eisenmaske. Das ist natürlich nicht sein richtiger Name, aber nicht ganz untypisch für Rollenspiele, hat auch hier unser Protagonist sein Gedächtnis verloren. Er weiß nicht mehr, wie er heißt, woher er kommt oder was er so kann. Eines Tages erwacht er als Sklave und gibt sich diesem Sklavendasein erst einmal hin.

Eines Tages trifft er dann auf eine Renäerin (Shionne) – eine Hochgeborene. Die Renäer machen es den Dahnäern nicht leicht. Sie versklaven sie und zeichnen sich durch Boshaftigkeit und blaue Augen aus. Sie schöpfen Magie aus Sklaven und sind in der Lage, diese Magie zu kanalisieren – was sie noch mächtiger werden lässt.

Auf so eine mächtige Frau trifft Eisenmaske. Aber von dieser Macht ist zu Beginn nicht allzu viel zu spüren, da sie gejagt und von ihm gerettet wird. Ihre dornige Art (und damit ist nicht nur ihr stacheliges Wesen gemeint) können Eisenmaske wenig anhaben. Er ist und bleibt der Heldencharakter, der sie zuerst beschützt und dann an einer groß angelegten Rebellion im Krieg gegen die Unterdrücker voranpirscht.

… und das sind nur die ersten paar Spielstunden des Spiels. Mit gut 30+ Spielstunden bietet das Spiel vor allem in Bezug auf die Story viel mehr. Es gibt einige Story-Wendungen, die einen am Ball bleiben lassen.

Tales of Kampf

Tales of Arise ist kein rundenbasiertes Strategiespiel. Es ist auch kein Fighting Game. Tales of Arise hat ein richtiges actionlastiges Kampfsystem. Mit RB kann man schlagen, mit RT ausweichen und mit X, Y und A kann man besondere Aktionen ausführen, die man zuvor als Shortcut festgelegt hat.

Dazu kommen sehr viele unterschiedliche Gegnertypen. Zum einen hätte man da Insekten. Manche sind für den Fernkampf gerüstet und können fliegen, andere wiederum sind die typischen Boden- und Nahkämpfer. Ausweichen ist, egal, welcher Gegner es auch ist, Pflicht. Gerade zu Beginn erscheinen die Monster sehr stark zu sein. Immer dann, wenn das Gebiet wechselt, dauert es seine Zeit, bis man die Biester mit wenigen Schwertstreichen eliminieren kann. So bleibt jede erste Begegnung mit einem neuen Gegnertypen spannend.

Ganz allein kämpft man dann aber doch nicht. Man hat stets mindestens einen Begleiter dabei. Manche können dabei Magie wirken, andere haben Fernkampf- oder auch Nahkampfwaffen und können per Menü eingestellt werden. Ist man sich sicher, dass ein Begleiter wirklich nur heilen soll, weil man selbst genug Schaden macht, so ist das per Einstellung möglich. Aber es gibt noch weitere Einstellungsfeinheiten, die es jedem ermöglichen, ein für sich faires und ausgeglichenes Spielgefühl zu erhalten.

Doch handelt es sich auch um ein Rollenspiel, daher ist es wichtig, dass man regelmäßig grindet und sein Level erhöht. Denn nur dann ist das Spiel auch machbar. Geht man zu straight durch die Level, macht nur das Nötigste und umgeht sogar Nebenquests, wird man schnell Probleme bekommen.

Dazu muss man sagen, dass es einige Nebenquests gibt, die wirklich gut sind. Ja, die meisten sind die typischen “Töte dies” und “Hole jenes” Quests, aber dennoch: Sie haben meist einen guten story-bedingten Hintegrund.

Bei kleineren Insekten bleibt es natürlich nicht. Schnell muss auch gegen Menschen gekämpft werden und die haben es meist in sich. Viele sind mit der Zeit stärker gerüstet oder haben sogar Fähigkeiten. Gerade Bossgegner warten immer mit neuen, heftigen Fähigkeiten auf. Klappt ein Kampf mal nicht, ist nicht gleich alles verloren. Es gibt sehr viele Checkpoints und auch manuelles Speichern wird im Spiel gefördert. Man kann fast immer speichern, sodass selbst lange Sessions für den Postboten oder etwas Schlaf pausiert werden können.

Tales of Schlauchlevel

Tales of Arise ist kein Open World-Spiel. Es besteht aus einigen Schlauchleveln, wobei manche auch etwas breiter sind als andere, die aneinander gereiht wurden. Die Karte von Dragon Quest XI ist der von Tales of Arise sehr ähnlich. Man hat oft eine Map, die sich dann in weitere Gebiete verzweigt. Diese verzweigt sich dann auch wieder. Das gibt einem das Gefühl, eine recht große Welt zu bereisen und gleichzeitig hat man dann immer kleine Erfolgserlebnisse, wenn man ein Gebiet geschafft hat.

Gegner spawnen übrigens nach, sodass man bei jedem Durchstreifen des Gebiets nochmals etwas grinden kann. Man kann aber auch die Schnellreise-Funktion nutzen, nur dann hat man dann wieder die Schwierigkeit mit dem Leveln. Einfach hat man es als Eisenmaske nicht.

Apropos Leveln, mit Leveln ist im Spiel nicht gemeint, dass man Attributspunkte verteilt. Man tötet nicht drei bis vier Gegner und erhofft sich dann ein Level-Up in Stärke. Vielmehr verteilt man Fähigkeitenpunkte.

Die Fähigkeiten unterscheiden sich stark vom Magiekreis, in denen sie liegen. Manche verbessern die Gesundheit, andere bieten neue Fähigkeiten im Kampf. Es gibt sehr viele Fähigkeiten, die man nach und nach freischalten kann. Manche Fähigkeiten sind nicht von Beginn an freischaltbar, sondern erfordern bestimmte Aktivitäten, wie beispielsweise “Schmiede 10 Waffen”.

Das Freischalten dieser Fähigkeiten kann also als Nebenaktivität gesehen werden.

Insgesamt sind die Nebenaktivitäten sehr ausbalanciert. Es ist nicht so, dass auf eine Hauptquest 40 Nebenquests kommen. Es sind immer mal wieder kleinere Quests zur Auflockerung, die teils auch dazu dienen, die ganze Karte aufzudecken. Manchmal ist auch ein besonderer Gegner dabei. Wobei man hier sagen muss, dass man eigentlich in jedem Gebiet ein besonders starkes Monster treffen kann. Diese haben meist ein sehr hohes Level und können erst ab einem bestimmten Level bestritten werden. Gut, versuchen kann man es trotzdem, aber mit Level 3 gegen ein Level 42 Monster wäre dann doch etwas übertrieben.

Besondere Monster oder generell Monster zu töten, ist sehr wichtig, da man die Materialien benötigt, um Schwerter und Ausrüstung schmieden zu lassen. Nur wer seine Ausrüstung stetig aktualisiert, wird Freude am Spiel haben. Der Schwierigkeitsgrad kann sonst schnell anziehen und überfordern – trotz netter Checkpoints.

Kämpfen, Schmieden, Leveln und einer interessanten Story folgen – das sind die Grundzüge des Spiels. Dabei werden immer Zwischensequenzen gezeigt, die atemberaubend schick sind. Das Gameplay sieht auch super aus, gerade der Aquarell-Stil macht sich wirklich toll, aber die Zwischensequenzen haben es in sich.

Außerdem kann man auch zwischendurch mit seinen Gefährten sprechen, in dem man außerhalb von Kämpfen RB drückt, sobald dies in der Ecke erscheint. Das Feature ist auch aus Octopath Traveler bekannt. Diese Gespräche werden als animierter Manga gezeigt, sodass auch hier in der Darstellung für Abwechslung gesorgt wird.

Tales of Fazit

Tales of Arise ist nicht einfach nur Teil X einer langen Saga. Es ist ein sehr gelungenes Spiel. Die Charaktere sind wunderbar. Manche erfüllen jegliche Vorurteile, andere brechen diese mit Gewalt. Die Story an sich ist bis zum Schluss spannend. Zum einen, da sie genau das hält, was sie einem zum Anfang hin versprciht und zum anderen, weil sie immer wieder etwas Neues hinzugewinnt.

Grafisch wird hier auf einem sehr hohen Niveau gearbeitet. Auch die deutschen Untertitel bei englischer oder japanischer Sprachausgabe sind ein absolutes Plus.

Das Hauptaugenmerk des Spiels ist vor allem das gelungene Kampfsystem. Das stellt das ein oder andere Anime-Like-Rollenspiel wirklich in den Schatten und geht einfach gut von der Hand, fordert und bleibt eine stetige Herausforderung.

Tales of Arise ist mit Abstand das beste JRPG des Jahres 2021.

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Masterpiece
100100
Pros

Zwischensequenzen sehen umwerfend aus

Aquarell-Look im Gameplay passend

Viele unterschiedliche Charaktere

Abgegrenzte Level sinnvoll eingesetzt

Story unfassbar spannend und gut geschrieben

Kampfsystem perfekt in Szene und Controller gesetzt

Tolle Balance zwischen Neben- und Hauptaktivitäten

Herausfordernd UND belohnend bis zum Schluss

Cons
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