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Lost Words: Beyond the Page (PS4) im Test

Lost Words: Beyond the Page (PS4) im Test

Lost Words hört sich schon etwas düsterer an, als es eigentlich ist. Denn in Lost Words können Kinderträume wahr werden, ganz ohne Gewalteinwirkung und auch ohne dabei zuuu kitschig oder lächerlich zu werden.

In Lost Words werden Spieler*innen zu Autor*innen. Sie können die Geschichte der Protagonistin namens Izzy selbst mitbestimmen.

Die Macht des Dreierlei

Dabei können Spieler*innen in der Regel bei Entscheidungen zwischen drei Optionen wählen. Diese sind meist kosmetischer Natur oder sind auch mal dafür zuständig, einen Namen auszuwählen. Die Story, die eine Fantasy-Story werden soll, kann dabei ganz leicht mitbestimmt werden. Düstere Enden werden dabei ausgeschlossen, sodass es bis zum Ende ein eher süßes Spiel wird, das positiven Einfluss auf Kinder nehmen kann.

Jump ‘n’ Run ohne wirklich das Genre zu bedienen

Wenn sich Spieler*innen nicht gerade im Buch wälzen, sprich von einer Satzkonstruktion zur nächsten springen, um dann im Buch weiterzublättern, so können sie die Jump ‘n’ Run-Einlagen in einer Fantasy-Welt vertiefen. Sobald sie nämlich den eigens kreierten Buch-Charakter spielen, können sie kleinere Puzzle durch Springen, Schieben, Laufen und Co. lösen.

Manchmal gestaltet sich das recht simpel, wenn beispielsweise ein Stein verschoben werden muss, um an einer Kante emporzuklettern, manchmal bringt das Spiel aber auch einen gewissen eigenen Flair mit sich.

Wortgefechte

Mit der Zeit lernen Spieler*innen immer mehr Wörter und notieren diese in ihrem Buch. Diese Wörter können genutzt werden, um beispielsweise Kisten zu öffnen, etwas anzuheben usw. Je mehr Wörter Spieler*innen besitzen, desto anspruchsvoller werden auch die Worträtsel, um weiterzukommen. Doch hier muss ganz deutlich gesagt werden, dass sich das Spiel nicht nur von der Optik, sondern auch von dem Schwierigkeitsgrad her an Kinder richtet. Deshalb werden diese das Spiel sehr schnell verstehen und werden wohl auch gut mit den Rätseln umgehen können.

Grafikstil passt sich dem Gameplay an

Wie zuvor schon erwähnt, gibt es Passagen, in denen über Satzkonstrukte in einem Buch gesprungen wird. Dort werden auch die Entscheidungen zur Welt getroffen. Das ist alles in einem sehr strichlastigen Design, welches das Gameplay und auch die Motivation des Ganzen unterstreicht.

Sobald Spieler*innen ihre Fantasy-Welt betreten, wandelt sich die Grafik in ein Aquarell-Gemisch. Dies unterstreicht perfekt den Fantasy-Rahmen, in dem die Story spielt.

“Story”

Es ist ständig die Rede von Story, aber auch hier sei nochmals darauf hingewiesen, dass dies ein weitgedehnter Begriff ist. Zu Beginn geht es um die sehr junge Schriftstellerin, welche sich Gedanken über ihre Familie und auch ihre Zukunft macht. Sie ist ein Kind und daher hat sie auch kindliche Gedanken – alles also im Rahmen des Gegebenen.

Dann gibt es die Persona Heldin. Diese wird nun nicht in ein Dark Fantasy-Abenteuer geschickt. Auch hier verläuft alles sehr friedlich, freundlich und das Rätseln und Vorankommen ist an erster Stelle.

Man kann also durchaus von einer Alibi-Story sprechen, die in diesem Umfang aber perfekt ins Bild passt.

Alles Friede, Freude, Eierkuchen?

Leider ist nicht alles an dem Spiel gelungen. Zum einen ist sehr schön, dass sich die Grafikstile unterscheiden und es zwei Protagonistinnen gibt, welche unterschiedliche Motivationen haben: Schriftstellerin und Heldin. Es ist auch schön, dass die Rätsel nicht allzu schwierig für Kinder sind und somit kein Frust aufkommt.

Zum anderen ist die Steuerung leider inkonsistent. Zum einen bewegt man den rechten Analogstick, um eine Maus zu simulieren. Das wird vor allem immer dann eingesetzt, wenn Wörter gezogen werden sollen. Für die Sprung- und Laufpassagen gibt es dann eine 08/15-Controller-Steuerung. Diese Steuerung ist bekannt und muss nicht lange gelernt werden, gleichzeitig ist sie aber auch nicht allzu sauber umgesetzt.

Häufig fühlt sich das Springen zu klobig und das Laufen an sich fehlerhaft an. Die Steuerung ist per sé nicht schlecht, fühlt sich aber auch nicht wirklich rund an. Das Springen beispielsweise wirkt physikalisch falsch, da ein kleines Mädchen weiter springen kann als beispielsweise ein Crash Bandicoot.

Das sind Gameplay technisch aber auch eher kleine Macken, denn insgesamt sprechen wir hier nicht von einem waschechten Plattformer, der auf Frame-Perfect abzielt. Es ist ein kindlich gehaltenes Rätsel-Spiel, das vor allem die Fantasie der Kinder auch anregen soll.

Es zeigt, dass Kinder, um etwas erreichen zu können, auch etwas dafür tun müssen. Dieser und noch viele weitere Motivationssätze befinden sich im Spiel, die darauf ausgelegt sind, Kindern eine Perspektive zu lassen und ihre Kreativität zu fördern.

Für Kinder ist dieses Spiel demnach zu empfehlen. Dabei ist es auch kein reines “Mädchen-Spiel”, auch wenn die Protagonistinnen weiblich sind. Es ist ein Spiel, an dem alle Kinder Spaß haben können.

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Great
65100
Pros

Sehr schöne Spielwelten

Einfach gehaltene Rätsel

Abwechslungsreiches Gameplay

Cons

Steuerung inkonsistent

Steuerung teils physikalisch unschön gelöst

Keine bemerkenswerte Story

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